Sein Großvater hatte dieses Mal keine
Lügen erzählt, es war wunderschön hier.
Die Wellen kamen gleichmäßig an dem
weichen, weißen Sandstrand an.
Langsam ging er über den Strand
und lies seine Füße im Wasser
etwas abkühlen. Es war ein wirklich
langer weg hier her gewesen.
Das Rauschen des Meeres lies ihn fast
vergessen, was in den letzten Tagen passiert war.
Doch es hatte sich in seinen Kopf eingehämmert
und würde so schnell sicher nicht verschwinden.
Ihr Lachen war in seinen Ohren schon immer
das schönste Geräusch was er jemals gehört hatte gewesen.
Sie tänzelte lächelnd vor ihm umher und zog ihn
lächelnd mit sich. Sie zog ihn mit einem Lächeln an sich
und küsste ihn einfach traumhaft, wie sie es immer Tat.
Hätte er gewusst das das ihr letzter Kuss sein würde,
hätte er ihn sicherlich noch mehr in die Länge gezogen
und sie nicht mehr von sich gelassen.
Doch da waren sie wieder.. die schrecklichen Bilder..
waren wieder in seinem Kopf und diese Stimmen:
Da waren sie wieder ihre qualvollen Schreie…
Die grauenhaften Bilder wie sie zu Boden fiel
und sich auf dem Boden krümmte…
Und er?
Was hatte er getan?
Er hatte wie versteinert da gestanden
und er hatte nichts dagegen tun können.
Er hatte ihr nicht helfen können.
Wieder rannen Tränen über seine Wange.
Wie hatte er sie nur so hängen lassen können.
Er war nun auf einem kleinen Felsvorsprung
angekommen und lies sich auf die Knie fallen.
Wie sollte er nur ohne sie weiterleben??
Sie war alles für ihn gewesen.
Sie war es gewesen die ihn aus dieser Gosse
gezogen hatte und ihm ein Leben besorgt.
Er hatte eine Clique.. eine Familie,
aber.. ohne sie… was war das jetzt noch Wert??
>>Ist denn nicht ein viel zu schöner Tag
um hier so Traurig rumzusitzen??<<
erklang eine wunderschön, anturnende Stimme
direkt vor ihm.
Erschrocken hob er den Kopf.
Vor ihm an der Kante hielt sich eine
Bildhübsche junge Meerjungfrau fest.
Ihre Arme ruhten auf der Kante und
ihr Kopf war auf die Arme gebettet.
>>Wer.. wer bist du und was hast du…??<<
fragte er etwas geschockt und
gleichzeitig verwirrt.
Doch schon hatte sie ihren Zeigefinger auf
seine Lippen gelegt.
>>Sshhh.. ganz ruhig. Entspann dich einfach.
Genieß das hier doch einfach, alles andere
ist doch unwichtig<<
sagte sie in einem wohltuendem und beruhigenden Ton.
Er saß wie erstarrt da und starrte sie einfach nur an.
Sie war wirklich wunderschön. Ihre Augen
ihre Haare. So etwas Außergewöhnliches hatte
er noch nie gesehen. Diese Augen..diese Haare
einfach dieses Gesicht.
Die Meerjungfrau legte eine Hand auf Seine
und strich mit dem Daumen vorsichtig darüber.
>>Ich mag es nicht Leute so traurig zu sehen.
Kann ich dich nicht vielleicht irgendwie aufmuntern??<<
Fragte sie mit einer schon fast lüsternen Stimme.
>>Mir kann man nicht mehr helfen…
Ich habe das wichtigste in meinem Leben verloren.
Jetzt ist alles sinnlos<<
sagte er völlig entmutigt und starrte wieder zu Boden.
Die Meerjungfrau stützte sich auf einem Ellenbogen ab
und beugte sich ganz nah an sein Gesicht.
>>Ich bin mir sicher, das ich dich irgendwie aufheitern kann<<
sprach sie lüstern und begann dann ihn zu küssen.
Er wehrte sich nicht.
Er fühlte sich wieder geborgen, jemand umhüllte ihn
mit Liebe, jemand hatte ihn gern.
Langsam zog sie ihn immer näher in Richtung des Meeres.
Er bemerkte es nicht, er war geistig viel zu abwesend.
>>Nein, verdammt was tust du da?!?!<<
schrie eine Stimme hinter ihm.
Dann wurde er plötzlich heftig zurück gerissen
und die Meerjungfrau wurde zurück in die weite
des Meeres gestoßen.
Sie fauchte heftig auf und versank danach
kreischend im Meer.